Für die Stromversorgung installierte Bergzeit eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Um zukunftssicher zu sein, wählte das Unternehmen die maximal mögliche Auslegung. „Heute produzieren wir ca. 550.000 Kilowattstunden pro Jahr“, erklärt Holger Cecco-Stark. „Bis 2030 wollen wir hier am Standort komplett auf fossile Energien verzichten.“ Auch bei der Dienstwagenflotte handelt das Unternehmen nachhaltig. Cecco-Stark erklärt: „Angefangen haben wir mit den Dienstwagen – weg vom Verbrenner, hin zu E-Fahrzeugen. Das haben wir zu 99 Prozent geschafft, im nächsten Jahr folgt der letzte Wagen“. Auch einer der zwei Logistikbusse, die die beiden Filialen beliefern, werde aktuell durch einen E-Transporter ersetzt. „In Otterfing ist der zentrale Wareneingang. Wenn eine Filiale Ware benötigt, wird sie hier kommissioniert und anschließend dorthin gebracht“, führt Cecco-Stark aus. Warenbewegung gibt es auch in der Gegenrichtung. Beispielsweise werden Produkte im oberen Preissegment in der Filiale präsentiert – sie müssen ja nicht unsichtbar im Lager herumliegen – aber gleichzeitig auch zum Kauf über den Online-Shop angeboten. Findet sich dort ein Käufer, wird die Ware zurück ins Zentrallager gebracht und von dort aus verschickt.

Sauberer Strom zu einem günstigen Preis
Die Photovoltaik-Anlage produziert jährlich bis zu 550.000kWh Strom und ist nach Herkunftsnachweisregister (HKNR) zertifiziert. Damit darf Bergzeit selbst Ökostrom erzeugen und verkaufen. Nach Versorgung des Bedarfs am Standort, z.B. der 20 betriebseigenen Ladestationen, speist das Unternehmen den übrigen Ertrag, rund 40 Prozent, ins Stromnetz ein. „Wir haben den Strom zunächst über unseren Partner EWS (Elektrizitätswerke Schönau) unseren Mitarbeitenden zu einem vergünstigten Preis angeboten. Mittlerweile profitieren auch unsere Kunden davon“, berichtet Holger Cecco-Stark. Er glaube, regional autarke Energienetze seien die Zukunft, wenn die Netzwerksbetreiber mitspielten und der politische Wille da sei, bürokratische Hürden abzubauen.

Nachhaltigkeit beim Einkauf und Versand
Auch beim Einkauf agiert Bergzeit nachhaltig. Das Unternehmen setzt auf die Langlebigkeit seiner Waren, betont der Nachhaltigkeits-Experte von Bergzeit. Er empfiehlt: „Hochwertiges kaufen, was man dann auch wirklich lange nutzt. Wichtig ist es, die Produkte abgestimmt auf den eigenen Bedarf zu kaufen. Nicht jeder benötigt eine teure Profi-Regenjacke für die Gassirunde mit dem Hund.“ Die Industrie ist gefragt, umweltverträglichere Lösungen anzubieten. Mittlerweile gibt es von vielen Herstellern innovative Entwicklungen, um z.B. Kleidungsstücke am Ende ihrer Lebenszeit einem Verwertungskreislauf zuführen zu können.
Auch beim Versand setzt der Bergsport-Ausrüster auf Nachhaltigkeit. 1,5Mio. Pakete mit rund 2,5 Artikeln pro Paket verschickt Bergzeit jährlich. Um die eCO2-Emmissionen im Versandgeschäft so gering wie möglich zu halten, verzichtet das Unternehmen auf Teillieferungen. „Meistens funktioniert die gebündelte Lieferung in nur einem Paket“, erklärt Cecco-Stark. (Mit dem „Äquivalent“ eCO2 wird der Beitrag verschiedener Treibhausgase zur Erderwärmung in CO2-Äquivalenten ausgedrückt.)
Vor allem in der Logistikkette ließe sich viel erreichen. Dafür arbeitet Bergzeit mit dem Versanddienstleister DHL zusammen. Mit dem Umstieg auf den Versandweg GoGreen Plus in Deutschland seit 2024, investiert Bergzeit bei jedem versendeten Paket direkt in die CO2-Reduzierung bei der Auslieferung Eine weitere Herausforderung im Online-Handel sind Kunden-Retouren, die deutschlandweit je nach Branche bei bis zu 60 Prozent liegen. Der Bergsport-Ausrüster konnte sie auf ca. 40 Prozent senken. Möglichst präzise, kundenorientierte Beratung helfe, Falschbestellungen zu reduzieren. Dafür beschäftigt das Unternehmen etwa 40 Personen im Bereich Customer Care, die per E-Mail und Telefon die Kunden beraten und sich um deren Belange kümmern.
Nachhaltigkeit beeinflusst Kaufentscheidung
Holger Cecco-Stark ist selbst begeisterter Bergsportler. Schon als Kind weckten die Alpen sein Interesse und verbrachte dort mit seinen Eltern viele Urlaube. Während seines Studiums machte er oft Bergtouren übers Wochenende. Vor rund 12 Jahren nahm er seine Tätigkeit bei Bergzeit auf und konnte das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Durch seine ehrenamtliche Tätigkeit als Naturschutz-Ranger erkannte er schon früh die sinnvolle Symbiose aus Bergsport und Naturverbundenheit. Gemeinsam mit dem damals neuen Geschäftsführer erarbeitete er vor ca. acht Jahren ein erstes Nachhaltigkeitskonzept und stellte hierfür eine Nachhaltigkeitsmanagerin ein: „Mit ihr zusammen haben wir unsere Strategie und Ziele stetig weiterentwickelt, die für manch einen Kunden auch ein Argument für seine Kaufentscheidung wird.“


















