
Heben, drehen, absetzen. Heben, drehen, absetzen. Heben, drehen, … und dies so lange, bis der LKW oder der Container geleert ist. „Die Belastung der Logistikmitarbeiter bei der Be-und Entladung ist enorm“, weiß Baret Davidian, Inhaber von Wiltsche Fördersysteme. „Kunden haben uns davon berichtet, dass sie die Krankheitsquote zum Teil anhand der prognostizierten Warenlieferungen vorhersagen können. Je schwerer die ankommende Ware, umso mehr Krankmeldungen erfolgen an den Liefertagen.“
Vor allem für ältere Mitarbeiter wird die stundenlange Be- und Entladung zunehmend zu einer körperlichen Herausforderung. Aber auch jüngere Mitarbeiter spüren die Belastung – mit ein Grund, weshalb die Arbeit in der Logistik für viele Menschen unattraktiv ist.
Immer mehr Unternehmen suchen deshalb nach einer Lösung, die die Mitarbeiter entlastet und gleichzeitig reibungslose Prozesse gewährleistet – ein Ansatz, den das Destuff-it-System verfolgt. Das mobile Fördersystem wurde speziell für die Be- und Entladung von LKW und Containern entwickelt und 2026 zum Finalisten des IFOY Awards in der Kategorie ‚Special of the Year‘ gekürt.
Kombinierbar mit weiteren mobilen Förderern
Das robuste System kann mit weiteren mobilen Förderern wie Scherenrollenbahnen kombiniert werden und passt sich damit nahtlos an die Infrastruktur an. Für die optimale Be- und Entladung wird es einfach in den LKW oder Container hineingefahren. Dazu hat das System einen eigenen, akkubetriebenen Antrieb, der eine Geschwindigkeit von 4km/h erreicht. „Dank des batteriebetriebenen Antriebssystems mit integriertem Ladegerät lässt sich der Destuff-it sicher und problemlos von Rampe zu Rampe bewegen“, erläutert Davidian. Da der Akku während des laufenden Betriebs automatisch geladen wird, reicht die gespeicherte Energie jederzeit aus, um den Förderer innerhalb des Lagers an die gewünschte Stelle zu fahren. Der moderne Lagerbetrieb ist hochdigitalisiert – und produziert täglich riesige Datenmengen. Diese können Unternehmen jetzt ebenso einfach wie produktiv für die Optimierung ihrer Intralogistik nutzen. Der Schlüssel dazu: myLinde AI. ‣ weiterlesen
myLinde AI: KI-Support für die Flotte
Herzstück der Plattform ist das schwenkbare Förderband, das für Packstücke mit einem Gewicht von bis zu 75kg ausgelegt ist. Für die optimale Arbeitsposition kann es angehoben und abgesenkt sowie nach links und rechts geschwenkt werden – je nachdem, wie es die aktuelle Situation gerade erfordert. Die Bedienung ist dabei intuitiv und einfach, berichtet Davidian: „An den Seiten sind Handgriffe, mit denen der Systemkopf intuitiv in die richtige Position gebracht werden kann. Erreichbar ist dabei sowohl die Ware auf Bodenniveau als auch die oberste Paketreihe – ganz gleich, ob Sie eine Packung rechts unten oder links oben aufnehmen wollen.“
Investition in Arbeitssicherheit und Produktivität
Ist das Förderband optimal ausgerichtet, lassen sich die Waren aus dem LKW direkt auf das Förderband schieben oder ziehen, erläutert Davidian: „Damit entfällt das Anheben, aber vor allem auch die Drehung der Mitarbeiter, um die Ware auf das Förderband zu legen. Das Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen – die Hauptursache für Langzeit-Fehlzeiten in der Logistik – sinkt drastisch, die Produktivität steigt und die Zahl der Krankmeldungen geht zurück.“
Für Sicherheit sorgt dabei u.a. ein spezieller Sensor, der die Steuerung erst dann aktiviert, wenn die Hand des Bedieners korrekt am Griff positioniert ist. So wird verhindert, dass sich das System aus Versehen in Bewegung setzt – beispielsweise, weil der Griff angestoßen wurde. Entsprechend stoppen die aktiven Bewegungen sofort, wenn der Bediener den Griff loslässt.
Weitere Sensoren am Fördersystem verhindern Kollisionen und schützen damit sowohl Mitarbeiter als auch die weitere Lagerausstattung. LED-Beleuchtung und Ventilatoren erhöhen den Arbeitskomfort und die Arbeitssicherheit ebenso wie die Druckmatten, die eine sichere Arbeitsposition des Mitarbeiters gewährleisten.
ROI nach wenigen Monaten
Entwickelt wurde das System von dem kanadischen Hersteller Gorbel. Seit knapp einem Jahr ist es nun auch in Europa erhältlich, in Deutschland wird es von der Wiltsche Fördertechnik angeboten.
„Das Destuff-it-System stößt auf großes Interesse“, fasst Baret Davidian die Erfahrung der ersten Monate zusammen. „Dies hat unterschiedliche Gründe: Zum einen herrscht in der Logistik Fachkräftemangel und hoher Krankenstand. Beides kann mit dem Be- und Entladesystem reduziert werden. Zum anderen hilft das System nachweislich, die Produktivität im Lager zu erhöhen.“
Diese Erfahrung bestätigen auch die Kunden von Wiltsche, zu denen KEP- und Logistikdienstleister, aber auch Hersteller und Versender von Waren sowie E-Commerce-Plattformen gehören. Sie berichten von einem Durchsatz von bis zu 2.000 Packstücken pro Stunde und damit von einer Zeitersparnis von bis zu 50 Prozent. Eine Analyse von Gorbel Inc. auf der Basis von 45 Maschinen an 13 Standorten zeigt zudem einen Rückgang von 87 Prozent Verletzungen insgesamt und 100 Prozent akuter Verletzungen im Jahr 2023.
Zusammen mit geringeren Ausfallkosten der Mitarbeiter und der Reduzierung der Standkosten für LKW und Container aufgrund der schnelleren Be- und Entladung amortisiert sich der Destuff-it bereits bei zwei Containern pro Tag in unter zwei Jahren.
















